Kartenspiele für eine Person: Patiencen im Überblick
Ein Kartenspiel für eine Person heißt im Deutschen Patience oder Solitär. Sechs davon spielen Sie hier direkt am Bildschirm, sechs weitere beschreiben wir kurz, damit Sie sie mit einem normalen Blatt legen können.
Inhalt
Patience ist keine einzelne Regel, sondern der Name einer ganzen Spielfamilie. Die Spiele unterscheiden sich in der Zahl der Karten, in verdeckten Karten, im Planungsaufwand und darin, wie stark das Blatt über den Ausgang entscheidet. Der Überblick hilft bei der Wahl. Wer das Wort klären möchte, liest Solitär: Bedeutung; die Grundlagen stehen unter Patience spielen.
Sechs Patiencen, die Sie hier spielen können
Die sechs im Vergleich
Die Dauer ist ein grober Richtwert und hängt von Ihrem Tempo ab. „Zufall“ meint, wie stark das Blatt über Gelingen oder Scheitern mitentscheidet.
| Spiel | Karten | Dauer pro Partie | Schwierigkeit | Zufall |
|---|---|---|---|---|
| Klondike | 52 | mittel | Einstieg bis mittel | mittel bis hoch |
| Spider | 104 | lang | leicht (1 Farbe) bis schwer (4 Farben) | mittel |
| FreeCell | 52 | mittel bis lang | anspruchsvoll | sehr gering |
| Pyramide | 52 | kurz | leicht zu lernen | hoch |
| TriPeaks | 52 | kurz | leicht bis mittel | mittel bis hoch |
| Golf | 52 | kurz | leicht bis mittel | mittel bis hoch |
Welches Spiel passt zu welcher Situation?
Zehn Minuten Pause
Golf, TriPeaks oder Pyramide: kleiner Aufbau, schnelle Züge, und nach einer verpatzten Partie ist die nächste sofort gelegt.
Zum Nachdenken
FreeCell. Weil nichts verdeckt ist, lässt sich jede Partie vorab durchdenken. Wie viele Karten sich auf einmal verschieben lassen, rechnen die FreeCell-Regeln vor.
Der Klassiker
Klondike mit einer oder drei Karten. Eine Karte verzeiht mehr, drei verlangen Vorausplanung; siehe Solitär mit 3 Karten.
Ein langer Abend
Spider mit vier Farben. Als Zwischenstufe eignet sich Spider mit zwei Farben.
Ruhig und gut lesbar
Größere Karten bieten Solitär groß und Solitär für Senioren.
Besser werden
Die Solitär-Tipps und die Statistik des Tisches zeigen, ob Sie besser werden.
Sechs weitere Patiencen für echte Karten
Yukon
Yukon ist mit Klondike verwandt, hat aber keinen Talon: Alle 52 Karten werden sofort ausgeteilt, in sieben Spalten mit 1, 6, 7, 8, 9, 10 und 11 Karten. In jeder Spalte liegen die obersten fünf Karten offen, die übrigen verdeckt (die erste Spalte hat nur eine offene Karte). Gebaut wird absteigend in wechselnden Farben, die Ablagestapel wachsen farbgleich vom Ass aufwärts. Besonderheit: Jede offene Karte darf samt allen Karten darauf verschoben werden, auch wenn diese keine Folge bilden. Nur Zielkarte und die bewegte Karte müssen zusammenpassen. Russisches Solitär ist fast gleich aufgebaut, nur wird dort farbgleich gebaut.
Canfield
Im britischen Englisch heißt das Spiel Demon. Dreizehn Karten bilden den verdeckten Vorrat, dessen oberste Karte aufgedeckt und spielbar ist. Die nächste Karte kommt auf den ersten Ablagestapel und bestimmt den Startrang aller vier Stapel; sie wachsen farbgleich aufwärts, nach dem König geht es mit dem Ass weiter. Dazu gibt es vier Spalten mit je einer Karte, die absteigend in wechselnden Farben aufgebaut werden. Folgen wandern nur als Ganzes, Lücken füllen Sie mit der obersten Karte des Vorrats. Aus dem Rest ziehen Sie jeweils drei Karten auf die Ablage. Der Name Demon deutet an, wie oft das Spiel den Spieler scheitern lässt.
Scorpion
49 Karten liegen in sieben Spalten zu je sieben, in den ersten vier Spalten drei verdeckte Karten mit vier offenen darauf, in den anderen drei Spalten alles offen. Die letzten drei Karten bleiben als Reserve verdeckt liegen. Gebaut wird absteigend in derselben Farbe, und jede offene Karte darf samt allen Karten darauf verschoben werden. Auf ein Ass legt man nichts, in eine Lücke darf nur ein König oder eine Folge, die mit einem König beginnt. Geht kein Zug mehr, kommen die drei Reservekarten offen auf die ersten drei Spalten. Ziel sind vier vollständige Folgen vom König bis zum Ass.
Baker’s Dozen
Die 52 Karten liegen offen in 13 Spalten zu vier Karten; Könige, die oben oder in der Mitte einer Spalte liegen, werden vorher nach unten gelegt. Einen Talon gibt es nicht. Verfügbar ist nur die jeweils unterste Karte einer Spalte. Gebaut wird absteigend ohne Rücksicht auf die Farbe, die Ablagestapel wachsen farbgleich vom Ass aufwärts. Eine leere Spalte bleibt leer. Weil alles sichtbar ist, ist das Spiel eine reine Denkaufgabe.
Crescent
Crescent wird mit zwei Blättern (104 Karten) gespielt. Aus dem gemischten Doppelblatt kommen je ein König und ein Ass jeder Farbe heraus; sie bilden acht Ablagestapel. Auf die Könige wird farbgleich abwärts gebaut, auf die Asse farbgleich aufwärts. Die übrigen 96 Karten liegen in 16 Häufchen zu je sechs Karten, nur die oberste ist offen und spielbar. Gebaut wird farbgleich auf- oder abwärts, auch von König auf Ass und umgekehrt. Geht nichts mehr, darf die jeweils unterste Karte jedes Häufchens nach oben gelegt werden, insgesamt dreimal pro Partie.
Uhr-Patience
Zwölf verdeckte Häufchen zu vier Karten liegen wie auf einem Zifferblatt, vier weitere in der Mitte. Sie decken die oberste Karte der Mitte auf und legen sie offen unter das Häufchen, das ihrem Rang entspricht (Ass 1, Bube 11, Dame 12). Dann decken Sie dort die nächste Karte auf. Könige kommen offen unter den Mittelstapel. Gewonnen ist die Partie, wenn alle Karten aufgedeckt sind, verloren, sobald der vierte König erscheint, obwohl noch verdeckte Karten liegen. Entscheidungen gibt es nicht; die Gewinnchance beträgt genau 1 zu 13.
Brettsolitär: ein Spiel mit demselben Namen
Das Wort Solitär bezeichnet auch ein Brettspiel: Auf einem kreuzförmigen Brett mit 33 Feldern stecken 32 Steine, nur die Mitte ist frei. Man entfernt Steine, indem man über sie springt, bis einer übrig bleibt. Das ist kein Kartenspiel und gehört nicht zu den Patiencen. Herkunft und weitere Namen stehen in Solitär: Bedeutung.
Quellen
- Yukon (solitaire), Wikipedia.
- Canfield (solitaire), Wikipedia.
- Scorpion (solitaire), Wikipedia.
- Baker’s Dozen (solitaire), Wikipedia.
- Crescent (solitaire), Wikipedia.
- Clock patience, Wikipedia.
- FreeCell, Wikipedia (Unlösbarkeit der Nummer 11982).
- Solitär (Brettspiel), deutsche Wikipedia (Brett mit 33 Feldern).
Häufige Fragen
Welches Kartenspiel für eine Person ist für Anfänger am besten?
Welche Patience hängt am wenigsten vom Zufall ab?
FreeCell. Alle Karten liegen von Beginn an offen, und von den 32 000 ursprünglichen Microsoft-Nummern ist nur eine einzige nicht lösbar. Ob eine Partie aufgeht, entscheidet dort fast ausschließlich die Planung.
Wie viele Karten braucht man für Spider?
Zwei Blätter, also 104 Karten. Mit echten Karten spielt man meist die schwerste Stufe mit vier Farben. Die leichteren Stufen mit einer oder zwei Farben gehen am Bildschirm, zum Beispiel unter Spider mit einer Farbe.
Kann ich Yukon, Canfield oder Scorpion hier spielen?
Nein. Spielbar sind hier nur Klondike, Spider, FreeCell, Pyramide, TriPeaks und Golf. Die übrigen Patiencen in diesem Beitrag sind nur beschrieben; mit einem Kartenblatt lassen sie sich leicht auslegen.
Ist Brettsolitär dasselbe wie Solitär mit Karten?
Nein. Beim Brettsolitär springen Steine über benachbarte Steine, bis einer übrig bleibt. Mit den Kartenpatiencen hat es nur den Namen gemeinsam. Mehr dazu unter Solitär: Bedeutung.
Gibt es Kartenspiele für eine Person, die in jeder Partie aufgehen?
Nein. Selbst bei Klondike ist ein Teil der Blätter nicht lösbar. Am häufigsten geht FreeCell auf, weil fast jede Donne lösbar ist. Die Uhr-Patience dagegen ist reiner Zufall und geht in genau einem von dreizehn Fällen auf.
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Aktualisiert am 26. Oktober 2026